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Das Exil

Kapitel 1

Als ich des Lebens Mitte erreicht hatte, geriet ich in einen dunklen Wald. Tief verirrt fand ich inmitten des Waldes alte Häuser. Dort wohnte niemand mehr, es waren alte Ruinen die kaum noch als Häuser zu erkennen waren. Dort fand ich auch eine Brücke.

Die Brücke war groß, schwer und sehr alt. Ich befand mich weder auf der einen noch auf der anderen Seite der Brücke, sondern direkt vor ihr. Sie wirkte auf mich, wie ein Torbogen durch den ich schritt. Als ich mich direkt unter ihr befand, bemerkte ich die Stille. Eine derartige Geräuschlosigkeit hörte ich noch nie. Dann überkam mich eine Erinnerung. Ich kannte diese Brücke aus meiner Kindheit. Und ich erinnerte mich daran, dass auf der anderen Seite ein Friedhof lag.

Plötzliches Schwindelgefühl riss mich aus meiner Tagträumerei. Die Welt flimmerte vor meinen Augen und drehte sich vor mir. Ich blickte zur Brücke als diese sich verformte und sich um sich selbst zu schlängeln begann. Ich schloss die Augen. Als ich sie wieder öffnete, befand ich mich, wie aus einem Traum erwacht woanders. Ich sage Euch, ich war an vielen Orten in meinem langen Leben, doch dieser Ort wird mir gewiss immer in Erinnerung bleiben…

Dieser Ort wirkte auf mich wie ein Traum und doch war mein Erleben echt. Da ich bis heute den Namen dieser Welt nicht heraus fand, nannte und nenne ich diesen Ort das Exil.

Warum Exil? Ehrlich gesagt habe ich keine genaue Antwort darauf. Vielleicht weil mir dort alles abgeschnitten von unserer Welt vorkam. Es war, als hätte ich einen verbotenen Ort entdeckt den niemand freiwillig aufsucht. Ja…Exil passt…

Im Nachhinein betrachtet, ist es schwer, das Exil mit Worten zu beschreiben. Dennoch versuche ich, eine kurze Beschreibung wiederzugeben:

Das Exil ist ein Ort mit vielen Orten. Eine Welt mit vielen Welten. Manchmal ewige Wüste und dann wieder dichte finstere Wälder dessen Bäume und Felsen verzerrt wirken. Man findet dort Berge und tiefe Schluchten. Ja es gibt dort sogar Orte, in denen man alte Bauwerke findet. Und dann gibt es im Exil noch einen Ort, der so finster ist, dass ich mich ängstige mich daran zu erinnern…Ich fand in meinem Leben nie wieder eine solche Leere und Dunkelheit…

Ich war lange im Exil unterwegs… sehr lange. Darum werden so einige Seiten meines Tagebuchs aus dieser Zeit meines Lebens berichten.

Inhaltsverzeichnis:

Prolog

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Seite 6

Seite 7